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ab Freitag, 25. Dez. 2020, 15 Uhr - Anke Helfrich & Adrian Mears Duo
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ab Sonntag, 27. Dez. 2020, 15 Uhr - Christoph Titz & Frobeat feat. Pat Appleton
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Harmonie in der Melancholie

03.07.2017

Bei palatia Jazz spielt in Edenkoben das norwegisch-polnische Quintett um den Gitarristen Jacob Young.

Von Rainer Köhl

Dock in Absolutezoom

Einmal mehr gab es einen Abend von großem lyrischem Jazz beim Festival palatia Jazz in Edenkoben mit einem norwegisch-polnischen Quintett um den Gitarristen Jacob Young. Das regnerische Wetter zwang Festivalleiterin Yvonne Moissl von der ursprünglich geplanten Open-Air-Location der Villa Ludwigshöhe in den Kurpfalzsaal umzuziehen. Was an Atmosphäre dadurch verloren ging, machten die fünf durch stimmungsvolle Klänge allemal wett.

Beim Oslo-Jazz-Festival 2012 haben sie sich kennengelernt, der polnische Pianist Marcin Wasilewski und der norwegische Gitarrist Jacob Young, und der Saxofonist Trygve Seim war da längst mit beiden gut befreundet. Was war da näherliegender als eine gemeinsame CD einzuspielen? Das Marcin Wasilewski Trio tat sich mit den beiden Norwegern zusammen für eine CD beim Label ECM. Aus dieser Aufnahme gab es nun ebenso einige Titel zu hören wie ganz neue, die auf der kommenden CD in dieser Besetzung eingespielt werden. Alles aus der Feder von Jacob Young.

Norweger und Polen zeigen in ihrem musikalischen Grundempfinden eine gewisse Ähnlichkeit: Beide lieben das Melancholische und Lyrische, beide schätzen das Atmosphärische. Drum harmonierte das Zusammenspiel auch so wunderbar. Ein Spiel, das eines gemeinsamen Geistes Kind war. Sehnsüchtige Melodien blies Trygve Seim aus seinem Tenorsaxofon. Weich und blühend war sein Klang – und der passte bestens zum Gestus seines Spiels. Nordische Folklore-Wurzeln griff er immer wieder gerne auf, verwob sie in sein Spiel, das die volksmusikalische Erdung ebenso besitzt wie es sich in himmlisch schwebenden Visionen ergeht.

Jacob Young nahm zunächst die akustische Gitarre zur Hand, zupfte einen schön trockenen Klang heraus. Meistens aber spielte er die elektrische Jazzgitarre, und deren warm glühender Klang erinnerte nicht selten an seinen großen Lehrer Jim Hall. Eine Ohrenweide aber ist seine Spielweise: Schönste Elastizität brachte er in den lebhaften Fluss seiner Soli, bog die Töne und ebenso die Phrasen. Große Beredsamkeit und erzählerische Kraft lag in den Soli und ebenso in der ganzen Musik.

Marcin Wasilewski ließ seine Phrasen und Soli auch gerne quirlig tanzen, rhythmisch pointiert. Große Dynamik und Vitalität entwickelte er mit seinen beiden Begleitern an Bass und Drums, die sich zu großer Spielfreude aufschwangen. Vital dahinrasende Läufe meißelte der Pianist in die Klaviatur, perkussiv und rhythmisch federnd. Große, sonore Töne hörte man von dem Kontrabassisten Slawomir Kurkiewicz, der filigrane Virtuosität in seinen Soli ausfuhr und sonst satten Groove unterlegte. Komplexe Polyrhythmen verband Michal Miskiewicz (Drums) mit treibenden Elan. Ein sehr eng verzahntes, stark konzentriertes Triospiel aktivierten die Polen, rhythmisch lebhaft. Große Momente hatten sie auch im Lyrischen.

Gefühle begnügen sich nicht mit dem Träumerischen, sondern ziehen große Ausbrüche nach sich. Weite Hymnik schwang aus in diesem Spiel, Romantisches strömte mit starker Emphase aus, verdichtete und entlud sich in machtvollen Schüben. Atmosphärisch Aufgelöstes wurde zu leuchtender, schwebender Klanglukullik, zu großer Klavierkunst. Auf der anderen Seite ließ es Wasilewski gerne kraftvoll werden. Verzweigtes perkussiv erhitzt: solche energiereichen Ausbrüche waren ein nötiges Ventil aus der Melancholie des Lyrischen.

Für seine eigene Hochzeit hat Young eine stimmungsvolle Ballade komponiert: „Quiet march“. Aus einem archaisch stillen Intro des Sopransaxophons, innig klagenden Weisen schälten sich wunderschöne Melodien von tiefer Sehnsucht heraus. „My brother“ war die Zugabe. Es ist die Young-Komposition, welche die fünf vor Jahren zusammenbrachte. Ein inspiriertes Zusammenspiel, das die tiefe Verbundenheit der fünf trefflich kundtat und begeistert umjubelt wurde.

„Dock in Absolute“ hieß das junge Klaviertrio, das im Vorprogramm spielte. Pianist Jean-Philippe Koch und seine Begleiter David Kintziger (Bass) und Michel Meis (drums) entwickelten ein Triospiel, das sonnige Melodien und tanzende Rhythmen trefflich vereinte. Reich pulsierende, vital dahinrasende Läufe meißelte Koch gerne in die Klaviatur, perkussiv und rhythmisch federnd: eine gut klingende, freundliche Musik, die beim Publikum gleichfalls bestens ankam.

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 151
Datum Samstag, den 3. Juli 2017
Seite 26