10.07.2021 - Kadri Voorand & Mihkel Mälgand
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
10.07.2021 - Rymden
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
23.07.2021 - Shri Sriram Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
23.07.2021 - Nils Petter Molvær Group
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Marius Neset Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Jazzanova
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
31.07.2021 - Emil Brandqvist Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
31.07.2021 - Tingvall Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
 
 
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Unaufgeregte Leichtigkeit

28.07.2015

Das Branford Marsalis Quartet beim Festival „Palatia Jazz“ auf der Limburg

Branford Marsaliszoom

Es war ein grandioser Höhepunkt beim Festival „ Palatia Jazz “ auf der Limburg, der Auftritt des Branford Marsalis Quartet. Der amerikanische Starsaxophonist macht sich rar mit Konzertauftritten, umso größer ist seine Spiellust und Musizierkunst. Mit einer Topbesetzung trat der Meister an, zuvor gab das Emil Brandquist Trio eine feine Kostprobe seiner Kunst.

von Rainer Köhl

 

Die Auftritte des Branford Marsalis Quartet gleichen oft einer hochenergetischen Naturgewalt. Davon war auch nun einiges zu spüren, auf der anderen Seite gab es ebenso wunderbar abgeklärte und entspannte Momente. Wie ein Wirbelsturm jagte der Bandchef zunächst auf dem Sopransaxophon durch die Lagen: fliegend, flirrend, hochexpressiv aufgebäumt. Locker entspannt ging es los bei quirligen Bebop-Phrasen, die Marsalis am Sopransaxophon kreuz und quer laufen ließ, bevor das Spiel glühende Intensität gewann. Eine unaufgeregte Leichtigkeit hatte das Spiel des Quartetts über weite Teile. Sehr freie Intros wurden den Kompositionen vorangestellt, bevor es in Thema und Chorus ging. Nur zu gerne begab sich Marsalis auf melodische und harmonische Abwege und doch verströmt sein Spiel große Eleganz. Einen warmen, schmiegsamen Ton entlockte er dem Sopransaxophon, und wie er die Themen in weiträumigen Wellenbewegungen harmonisch weit verzweigt variierte, wie er seine Phrasen tanzen ließ, sie pointiert rhythmisierte, war immer ein Erlebnis.Vier starke Individualisten waren hier vereint, jeder mit eigenen Ideen und gleichfalls fügte sich dies wunderbar ineinander. Knorrige, klangsatte Töne entlockte Eric Revis seinem Kontrabass, und Joey Calderazzo ist mit allen pianistischen Wassern gewaschen, um nicht nur mit herrlich lockerem Spielwitz zu begeistern, sondern lotete mit hochgespannten Bop-Läufen und blueserfülltem Ausdruck alle harmonischen Winkel aus. Die Tradition und die Moderne verbindet der Pianist mit bestem Gespür. Und neben vergnügter Virtuosität kann er auch kräftig hinlangen, schlug wuchtige Bässe und ließ dazu kantige Akkorde tanzen.
          Große Inspiration legten die Musiker in die Balladen: mit blütenzartem Ton ließ Marsalis große Expression und hymnische Töne aufglühen. Dann wieder brachte der Bandleader die Phrasen zum Tanzen, furios jagend, und mit pointiertem Drall versehen. Wirbelnden Elan legte er hinein, erregend rhythmisiert. Und immer wieder verblüffte die große Eleganz, mit welcher er vom Erregenden in ruhige Fahrtwasser einschwenkte. Große Gefühle ließ das Quartett aufrauschen auch in den entspannten Nummern.

Eigenkompositionen der Bandmitglieder gab es, aber auch Standards, wie am Ende Ellingtons „It don’t mean a thing if it ain’t got that swing“. Marsalis und sein Quartett spielen immer wieder gerne mit dem Material. Variieren es, jonglieren damit, haben sichtlich großen Spaß daran, immer wieder genüssliche Dissonanzen einzuflechten. Vier starke Individualisten waren hier vereint, jeder mit eigenen Ideen und gleichfalls fügte sich dies wunderbar ineinander. Knorrige, klangsatte Töne und mächtigen Groove entlockte Eric Revis seinem Kontrabass, sehr dynamisch und facettenreich trommelte Justin Faulkner. Ein paar Bebop-Nummern gab es gleichfalls: lustvoll wirbelnd, tanzend, mit verwegenen Harmonien bluesig eingefärbt.

Eröffnet wurde der Abend vom Emil Brandqvist Trio. Der Schlagzeuger und Komponist aus Göteborg präsentierte sich in seinem Spiel und seinen Kompositionen als Klangmaler, der nordisch-folkloristische Melodien und sein subtiles Schlagzeugspiel eingebungsvoll zusammenbrachte. Lyrische, elegische Nummern und minimalistisch vitalen Kompositionen. Schönste Trio-Einheit ging er ein mit dem finnischen Pianisten Tuomas Turunen und dem Stockholmer Bassisten Max Thornberg. 

Die Rheinpfalz - Bad Dürkheimer Zeitung - Nr. 172
Dienstag, den 28. Juli 2015
Seite 13