KÜNSTLER
Phronesis
Dänemark | Großbritannien | Schweden
Walking Dark
Jasper Høiby _bass Ivo Neame _piano Anton Eger _drums
|
Von dem Prädikat das ‚aufregendste und ideenreichste Piano Trio seit EST’ zu sein, wie Phronesis einmal vom Herausgeber des britischen Jazzwise Magazins gelobhudelt wurde, mag man halten was man will. Sicherlich ist es schmeichelhaft und spricht dem jungen skandinavisch-britischen Trio jede Menge Qualitäten zu, die man genauso treffend mit dem Verweis auf den Zeitgeist des modernen Pianotrios beschreiben könnte.
Die Wahrheit ist: beide Beschreibungen werden Phronesis nur zu einem bestimmten Teil gerecht. Was man kaum schafft in Worte zu fassen ist jenes Phänomen, das an immer mehr Orten der Erde, dies- wie jenseits des Atlantiks in energetisch zum Bersten aufgeladenen Konzertsälen allabendlich ein Ventil für sein elektrisierendes Kondensat gegenwärtiger Spielformen des Pianotrios findet.
Die Virtuosität der einzelnen Mitglieder von Phronesis, angefangen bei ihrem charismatischen Bandleader dem dänischen Bassisten Jasper Høiby, wissen die drei auf einen gemeinsamen Punkt zu bringen ohne Effekthascherei zu betreiben. Die Musik des Trios groovt, treibt sich herum im unbekannten Terrain der Momentaufnahme einer Detonation, zieht sich wie Nebel aus einem Tal zurück, quillt im nächsten Moment schon wieder wie dicker Rauch durch alle Ritzen und bewahrt sich doch bei allem eine demütige Selbstreflektion.
Phronesis setzt in seinen spannungsgeladenen Kompositionen gänzlich auf das gegenseitige Vertrauen in den Umstand, dass man es hier mit der friedlichsten Explosion seit Erfindung des Schwarzpulvers zu tun hat.
Mit Spannung erwartet die Jazzwelt dieser Tage schon das vierte Album, auf dem erstmals alle Musiker Kompositionen beigetragen haben und wappnet sich für die daraufhin anstehende Tour durch Europa und Nordamerika.