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29.06.2019 - Bill Laurance Trio
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06.07.2019 - KLΞIИ
Villa Ludwigshöhe | 67480 Edenkoben
06.07.2019 - Bill Evans & The Spy Killers
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13.07.2019 - Joshua Redman Quartet
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
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03.08.2019 - Phronesis
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
03.08.2019 - Adam Baldych Quartet
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Die Schwingungen einer großen Stimme

02.06.2017

Gegenüber: Beim Festival palatia Jazz tritt morgen im Hufeisen in Germersheim die Sängerin China Moses auf – Torun Eriksen zuvor

Von Rainer Köhl

Mit neuer Platte und neuem Programm kommt China Moses morgen ab 21 Uhr zum Festival Palatia Jazz in die Festungsanlage Fronte Beckers in Germersheim. Die afroamerikanische Künstlerin gehört zu den vitalsten und bemerkenswertesten Jazzsängerin unserer Tage. Das Vorprogramm bestreitet der Pianist Jan Felix May & Band mit der Sängerin Torun Eriksen.

Als Tochter der großen Jazz-Sängerin Dee Dee Bridgewater und dem Film- und Fernsehregisseur Gilbert Moses wurde China Moses 1978 in Los Angeles geboren. Später zog sie mit ihrer Mutter nach Frankreich. Mehrere Alben als Soul/R’n’B-Sängerin hat sie veröffentlicht und wurde der französischen Öffentlichkeit bald auch als Moderatorin auf MTV France bekannt. Unter anderen hat sie mit Künstlern wie Me’shell Ndegeocello, Camille, DJ Mehdi und Gabin zusammengearbeitet. Im März 2009 erschien auf Blue Note ihre Hommage an Dinah Washington „This One's For Dinah“. Chinas Großvater war einst Trompeter in der Band von Dinah Washington. Das prägt. So hat sie ihre dritte Platte ganz ihrem Jazz-Idol gewidmet. Ihre große, expressive Bluesstimme ist wie geschaffen für diese Hommage.

Es ist eine große Bandbreite, die den Gesang und Stil von China Moses prägen: Blues und Jazz, R’n’B und Soul. All dies ist gleich wichtig für sie.

„Es sind nur verschiedene Stimmungen, unterschiedliche Schwingungen. Ich bin mit all diesem aufgewachsen“, erzählte sie uns im RHEINPFALZ-Gespräch. „Ich bin ein Kind der achtziger Jahre und da hab ich das alles verinnerlicht, auch Pop, Rock, Hip-Hop und Funk. Zu jener Zeit haben auch die Musikvideos begonnen, kam die Zeit von MTV. Ich habe den Jazzeigentlich durch Hip-Hop entdeckt. Denn ich bin ein großer Fan von ,A Tribe called Quest’ und ,De La Soul’. All diese Bands haben den Jazz sehr intelligent in ihrer Musik gesampelt. Und ich lernte viel über Jazz, indem ich die Plattentexte der Hip-Hop-Alben las. Diese Hip-Hop-Künstler stehlen nicht die Musik, sondern interpretieren den Jazz neu. Und das reizte mich eben immer, auch mal das Jazz-Original kennen zu lernen. Das ist wie eine Schatzsuche“. Neben ihrer Solo-Karriere sang sie zum Ausgleich auch noch in einer Rockband: „Alarash“. „Ich lernte sie kennen, als ich wenig Musik machte. Ich liebe es, ganz verschiedene Projekte zu machen. Das ist es, was Musik überhaupt bieten sollte: die verschiedenen Formen, unterschiedlichen Schwingungen und einfach Verschiedenes auszuprobieren“.

Musik spielte früh eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Ebenso die Schauspielerei. Ihre ersten Schritte als Sängerin wagte China Moses bereits als Teenager.

1997 veröffentlichte sie ihr Debüt „China“, unter anderem mit einem Gastauftritt der Hip-Hop-Legende Guru. Sie etablierte sich mit zwei weiteren Alben sowie zahlreichen Features als gefragte Vokalistin in der aufstrebenden R&B-Szene ihrer Wahlheimat Paris. „Nightintales“ heißt ihr aktuelles Album und darauf singt sie erstmals eigene Songs.

Im Vorprogramm ab 19.30 Uhr singt Torun Eriksen mit der Band von Jan Felix May. Die norwegische Sängerin hat jenes gewisse Etwas in der Stimme, wie es so wohl nur im hohen Norden gedeiht. Die Sängerin aus dem Land der Fjorde hat ihre herbe, leicht rauchige Stimme sicher ganz aus der nordischen Natur geschenkt bekommen. Die strohblonde Norwegerin hebt sich angenehm ab vom Großteil der aktuellen Jazzsängerinnen, die auf der Erfolgswelle eines glatt polierten, pop-dominierten Gesangs schwimmen.

Die schwarze Musik war der Norwegerin schon sehr früh wichtig. Mit sechs Jahren ging sie in dem kleinen Städtchen Lunde in den Gospel-Chor. „Wenn man in Norwegen nichts mit Klassik zu tun hat, dann singt man eben Gospels“, so ihr lakonisches Statement. Ein bisschen hat dieses Timbre etwas von amerikanischen Folksängerinnen. Einen rustikalen Charme, der die unendliche Weite einer Landschaft ausschwingen lässt.

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Nr. 127
Datum Freitag, den 02. Juni 2017
Seite 23