31.07.2021 - Emil Brandqvist Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
31.07.2021 - Tingvall Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
07.08.2021 - Kadri Voorand & Mihkel Mälgand
Gedächtniskirche | Bartholomäus-Weltz-Platz | 67346 Speyer
07.08.2021 - "Lars Danielsson Liberetto"
Gedächtniskirche | 67346 Speyer
08.08.2021 - Jin Jim
Garten der Villa Böhm | 67433 Neustadt
08.08.2021 - Nils Petter Molvær Group
Garten der Villa Böhm| | 67433 Neustadt
14.08.2021 - Jules
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
14.08.2021 - Söhne Mannheims Jazz Department feat. Phalleé
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
21.08.2021 - Martin Dahanukar New Quartet
Weingarten des Winzervereins Deidesheim | 67146 Deidesheim
21.08.2021 - "Cécile Verny Quartet"
Weingarten des Winzervereins Deidesheim | 67146 Deidesheim
28.08.2021 - Lammel, Lauer, Bornstein Trio
Weingut Müller-Catoir | 67433 Neustadt
28.08.2021 - Sebastian Studnitzky KY Organic Band
Weingut Müller-Catoir | 67433 Neustadt
 
 
31.07.2021 - Emil Brandqvist Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
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31.07.2021 - Tingvall Trio
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07.08.2021 - Kadri Voorand & Mihkel Mälgand
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Metropolregion Rhein-Neckar

Wunderbare Musik

07.07.2015

„Palatia Jazz“- Doppelkonzert im Park der Villa Böhm überzeugt durch stilistische Vielfalt

  Neustadt. Einen heißen Sommerabend mit wunderbarer Musik bescherte das Palatia - Jazz -Konzert mit dem Tigran Hamasyan Trio und der norwegischen Sängerin Silje Nergaard am Samstag im Park der Villa Böhm. Von beiden Acts war das Publikum begeistert, was dem Konzept von Veranstalterin Yvonne Moissl Recht gibt, bei diesem Doppelkonzert auf stilistische Vielfalt und musikalische Kontraste zu setzen.

Von Rainer Köhl

Das „Tigran Hamasyan Trio“ war dabei keineswegs nur eine Vorband. Es ist auf allen großen Festivals zu Gast und lieferte auch an diesem Abend in Neustadt große Musik. Mit einer arabisch getönten Melodie begann der armenische Pianist seinen Auftritt. Immer wieder nahm er Motive daraus, variierte und repetierte sie über kraftvoll rockiger Begleitung. Hamasyan liebt das Minimalistische. Auch im Lyrischen. Weitragende lyrische Themen führte er in lange Wiederholungsfelder, um sie nach und nach unter rockiger Grundierung zu steigern. Sam Minaie am E-Bass und Arthur Hnatek an den Drums waren seine Begleiter, mit denen er eine starke Einheit aufbaute.Hamasyan liebt romantische Melodien und sanfte Naturstimmungen, Klänge voller Magie, Schönheit und filigraner Virtuosität

 

Und er liebt auch harte Kontraste, mit denen er das Lyrische aufwühlt. Kantige, knorrige Motive setzt er dagegen, lässt beides aufeinander prallen. Dabei verbeißt er sich gerne in seine Motive, die er virtuos aufflammen lässt. Immer wieder bringt er orientalische Melodien ins Spiel. Wunderschön gleitende, perlende Tonfolgen setzt er ornamentreich auf die Tasten. Immer große Gefühle aufbauend.
          Das wirkte nicht selten schon psychedelisch, die ruhig kreisenden, minimalistisch variierten Motive. Trance und Techno handgemacht, kann man sagen. Ganz ähnlich wie in dieser elektronischen Musik hat sich auch das Hamasyan-Trio die repetitiven Prinzipien zueigen gemacht. Dunkle Riffs in der Bassregion ließ der Pianist Energie gewinnen. Der Drummer klöppelte rockige Drum & Bass-Rhythmen auf die Felle, der Bassist sorgte für steten Groove.

Auch schamanisch klingende Melodien gibt es, intoniert in ruhevoll eindringlichen Repetitionen. Enigmatische Klänge von tiefer meditativer Schönheit und Ruhe, die Hamasyan mit seiner Band formt. Dabei entstehen Dialoge zwischen archaischen Melodien und Moderne. Spielerisch-Verspieltes findet sich neben kraftvollen Ethno-Themen. Die Musik von Tigran Hamasyans armenischer Heimat ist vor allem melodisch und weniger harmonisch ausgeprägt. Weit verzweigte Themen gewinnen große Kraft in der Einstimmigkeit. Und gerne überführte der Pianist das Archaische in die Moderne, überformt von knarzenden Elektrosounds und pulsierenden Drum & Bass-Rhythmen. Eine Virtuosität, die aus dem Ornamentreichtum der Musik große Kräfte bezog.

Bereits zum vierten Mal war Silje Nergaard nun bei „ Palatia Jazz “ zu Gast, diesmal aber mit neuer Band und neuem Programm. Dabei hat sie ihren stilistischen Horizont noch einmal beträchtlich geweitet. Die beiden Gitarristen Hallgrim Bratberg und Håvar Bendiksen sind nun ihre Band, und diese vereinten auf ihren akustischen Instrumenten ein dichtes Netzwerk an Rhythmen, Sounds und Farben. Immer gutklingend und entspannt groovend. Darüber ließ die Sängerin ihre mädchenhafte Naturstimme schweben. Schöne eigene Songs, etwa über Cinderella, die mit dem Prinzen tanzt, der sie aber anlügt. Ein sentimentaler Walzer, der von sehnsüchtigen tremolierenden Mandolinenklängen begleitet wurde.

Ein amerikanischer Countrysong folgte dem auf dem Fuße: erdig, bodenständig, ländlich. Dabei wurden die Gitarrentöne lustvoll durchgebogen oder mit dem Bottleneck genüsslich gleiten gelassen. Daneben war das Spiel der beiden Gitarristen nicht selten recht zuckrig und mit Synthieklängen weichgespült. Süßliche Popsongs hatte Nergaard gleichfalls im Repertoire oder Wiegenlieder wie das zarte „Lullaby for Ala“, für ihre Tochter geschrieben. Romantisch verträumte Songs, von schönen Harmoniewendungen getragen. Ein wunderschönes norwegische Volkslied sang sie mit „Morgenstimmung“, wozu sie sich selbst am Keyboard mit glockenhaften Harmonien begleitete. Bestens kam auch der Tango über „Lady Charlotte“ an, die im Altersheim noch Befehle erteilt, ganz so wie sie es früher gewohnt war. Nostalgie und Ironie waren dabei fein durchmischt. Trefflich singen, scatten konnte auch Gitarrist Håvar Bendiksen. Er tat dies gerne im Unisono mit seinen virtuosen Gitarrenläufen, wofür ihm der Publikumsjubel sicher war.

Die Rheinpfalz - Mittelhaardter Rundschau - Nr. 157
Dienstag, den 07. Juli 2015
Seite 19